Newsletter #1 · Juni 26
Herzlich willkommen beim Story Crafting!
Wir starten mit einer (fast schon) altbewährten Lehrmethode neu durch — schön, dass ihr und Sie dabei seid!
In diesem Newsletter werde ich ein- bis zweimal im Monat kleine Geschichten aus früheren Workshops (anonymisiert natürlich), aus der Welt des Schreibens, dem Leben von Schreibenden und natürlich auch über das Schreiben selbst sprechen: Von Fragen wie ‚Braucht man zum Schreiben eigentlich Talent und was ist das genau?' über ‚Zu welcher Tageszeit schreibt es sich am besten?' bis hin zu ‚Warum soll man eigentlich keine Adjektive benutzen?'
Aber in diesem ersten Newsletter will ich vom Story Crafting selbst erzählen: Was ist das und wie ist es entstanden? Und – kann das jeder?
Entstanden ist es so: Ursprünglich entwickelt und so genannt wurde das Story Crafting von dem Musiker Fabian Schütze. Warum er es genau so und nicht anders genannt hat, muss ich ihn, fällt mir da auf, einmal fragen :) Jedenfalls, um das Jahr 2010 herum gaben wir beide Workshops für junge Menschen, die ein Freiwilliges Kulturelles Jahr absolvierten. Fabian in Hörspiel, ich in Kurzgeschichte. In meinen Workshops machte ich die Erfahrung, dass es einen immensen Korrekturaufwand mit sich brachte, wenn ich die Teilnehmenden einfach drauflos schreiben ließ und wir die Texte anschließend überarbeiteten. Und der Lernerfolg blieb auf diese Weise immer fragmentiert.
Aus Fabians Workshops hörte ich fortwährend, wie mühelos dort alles funktionierte und die Geschichten Gestalt annahmen. Irgendwann quetschte ich ihn aus, wie er das machte, und lernte seine geniale Methode kennen. Gemeinsam schrieben wir sie auf, und so verstand ich, was er da machte: Er sorgte unter anderem dafür, dass die Angst vor dem weißen Blatt erst gar nicht aufkam. Durch ein paar geschickte Weichenstellungen sorgte er dafür, dass die Ideen von Anfang bis Ende flossen. Ich begann, Teile seiner Methode für meine Kurzgeschichten-Workshops zu übernehmen und entwickelte meine eigene, auf das Schreiben von Short Storys zugeschnittene Variante des Story Craftings.
Auf einmal liefen auch meine Workshops wie von selbst, ich konnte alles vermitteln, was als Grundlage des literarischen Schreibens unabdingbar ist, und jede:r ging mit einer fertigen Kurzgeschichte — und mit leuchtenden Augen nachhause. Von da an habe ich alle meine Workshops im Story Crafting-Format durchgeführt und in den USA sogar schon eine Handvoll Highschool-Lehrerinnen in der Methode ausgebildet, so dass sie sie selbst anwenden können.
Und worin besteht die Methode noch außer jenem Fluss der Ideen? Kurz gesagt darin, die vier Grundelemente literarischer Texte in einem bestimmten didaktischen Rahmen so zu kombinieren, dass Literatur, und das heißt: Magie entsteht. Diese vier Grundelemente gehen wir in den Workshops Schritt für Schritt schreibend durch. Mehr darf ich hier natürlich nicht verraten, weil, das wäre ja gespoilert … Aber um nun endlich die Frage von oben zu beantworten: Ja, im Prinzip kann mit dem Story Crafting tatsächlich jede:r eine, seine oder ihre Geschichte schreiben. Das habe ich bei über hundert Teilnehmenden der früheren Workshops erleben dürfen.
Und sonst, was sind die ersten Neuigkeiten?
Es sind weiterhin 4 Kurstermine in 2026 im Angebot, der November-Workshop hat nur noch einen freien Platz, Birkenau noch vier, die anderen beiden noch fünf. Alle Termine immer aktuell auf story-crafting-workshop.cloud
Individuelle Anfragen immer gern an info@story-crafting-workshop.cloud
Was soll noch kommen?
Ich weiß es noch nicht genau, aber … wie wäre es, wenn es in ein, zwei Jahren eine kleine Story Crafting Community gäbe? Und dann? Vielleicht eine Gemeinschaftspublikation? Vielleicht ein paar Leute, die selbst die Methode lernen und sie weitertragen, in Schulen, in Jugendprojekte, in … ja, wir werden sehen, wohin.
Ich freue mich auf alles, was da kommen mag. Bis dahin!
„Schreiben und leben. Ich hab's versucht. Schreiben ist nicht das richtige Wort. Leben auch nicht. Aber das macht nichts. Ich hab's versucht." (Unbekannte:r Autor:in — vor vielen Jahren gelesen und auswendig gelernt, aber nicht, von wem das Zitat stammt. Wenn es jemand weiß, bitte unbedingt melden :)
Herzlich
Tobias